Im Vorfeld des Bewerbungsgesprächs war der Kontakt mit dem Vertreter der Personalabteilung eher zäh. Er antwortete nicht auf E-Mails und war auch telefonisch kaum zu erreichen.
Mir wurde im Vorfeld weder mitgeteilt, wer am Gespräch teilnehmen würde, noch wurde mir etwas zu Übernachtung oder Anreise gesagt (in meinem Fall gut 6h). Ich buchte also alles selbst, musste der Personalabteilung aber über mehrere Monate (!) hinterher telefonieren, bevor mir ein Formular zugeschickt wurde, auf dem ich alles eintragen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war das Gespräch schon 2,5 Monate vorüber.
Das Vorstellungsgespräch verlief fair und offen. Die Teilnehmer stellten sich der Reihe nach vor, dann erzählte ich entlang meines Lebenslaufes von mir. Zu verschiedenen Stationen gab es dann Rückfragen.
Im Anschluss folgten "Standardfragen" zB nach Stärken und Schwächen oder nach Konflikten mit Kollegen, allerdings stets in abgewandelter Form. Etwa: Wie würde ihr letzter Kollege / ihr Chef / ihr bester Freund ihre Stärken und Schwächen beschreiben.
Zu guter letzt ging es ans Fachliche. Ich sollte einen kurzen Abriss über meine Masterarbeit geben und anhand einer Skizze einiges veranschaulichen.
Die Teilnehmer schienen zufrieden, die Stimmung war entspannt, es gab keine peinlichen oder unangenehmen Momente. Keine der Fragen hatte auf Verunsicherung meinerseits abgezielt.
Kurz danach brach der Kontakt zum Personaler dann völlig ab und einer der Teilnehmer aus der Fachabteilung sagte mir auf meine Nachfrage hin rund einen Monat später ab. Er schrieb eine ausführliche Mail und bedauerte auch, dass ich noch nichts gehört hatte.
Bis zum heutigen Tag hat mir niemand aus der Personalabteilung mitgeteilt, dass man sich für einen anderen Kandidaten entschieden hatt So etwas sollte nicht die Fachabteilung übernehmen müssen.
Fazit: Das Gespräch war fair und professionell, die Rahmenbedingungen katastrophal. Ich vermute, der Personaler war hoffnungslos überarbeitet/hatte viel zu viel zu tun, anders kann ich mir nicht erklären, wie so ein Verhalten zustande kam. Auch wenn sich die Fachabteilung einwandfrei präsentierte und am Ende sogar die Aufgabe des Personalers übernahm, stellte das die Firma insgesamt nicht in ein besonders gutes Licht.