Nach nur einem Tag nach Eingang meiner Bewerbungsunterlagen kam die Einladung zu einem Telefoninterview. Sie werden aufgefordert einer Doodleumfrage zu folgen und sich für einen Termin im Rahmen der aufgelisteten Tage zu entscheiden (Zeitspanne von 2-10 Tage).
Allgemeines:
Wie bereits in anderen Rezensionen geschildert füllt die HR-Senior Dame einen Bogen aus. Ich habe sie öfter klicken gehört, was für Ja/Nein bzw. Bewertungen spricht. Das Gespräch war absolut unpersönlich, ein Screen für alle potentiell interessanten Bewerber mit einer Atmosphäre die einer Einbahnstraße gleicht. Insgesamt sollte man sich 45 min einplanen, mit wenigen Ausnahmen wurde ausschließlich der Fragebogen bearbeitet, dafür gab es die Möglichkeit am Ende Rückfragen zu stellen.
Akzeptable Dinge:
Es gab Fangfragen (ehrlich bleiben!), Smalltalk blieb eigentlich aus es ging direkt los, womöglich sind die Leute selbst unter Zeitdruck.
Absolute No-GOs:
Was ich zunächst für einen "Stresstest" entpuppte sich im Nachhinein als Unverschämtheit. Absolute Professionalität wird vom Bewerber vorausgesetzt, entgegengebracht wird nichts dergleichen. Die Recruiterperson unterbrach mich einige Male was nicht nötig gewesen wäre, hätte ich nur einen Satz vollenden können. Ein Beispiel: "Ich habe in ihrer Stellenanzeige gelesen, dass Sie jemandes suchen der../Unterbrechung/ "Das interessiert mich jetzt weniger und ist etwas langweilig, die Anzeige habe ich selbst vor mir liegen, können Sie das anders begründen?". Am neutralsten lässt sich die Haltung dem Bewerber gegenüber vielleicht als desinteressiert und emotionslos beschreiben.
Am nächsten Tag erfolgte eine allgemeine Absage vom Recruiter Team, also kein Feedback. Nach der Absage war ich eher erleichtert. Fragen wurden teilweise konkret (am besten mit Ja Nein oder einem Wort zu beantworten, also völlig anders wie man es im professionellen Training lernt), teilweise sehr in-konkret formuliert (wobei oft unklar ist was genau jetzt von Interesse ist)
Fazit:
Ich habe schon sehr professionelle Gespräche geführt, aber dieses Interview kann ich ohne Sorgen als positive Negativerfahrung einordnen. Insgesamt waren die Fragen in Ordnung, unverschämt war das teilweise unprofessionelle und scheinbar gelangweilte Verhalten. Aus persönlicher Erfahrung bei einem großen anderen Konzern vermute ich, dass neben dem eigentlichen Bogen nach dem Telefonat eine Art persönliche Bewertung des Recruiters vorgenommen wird. Diese Unterlagen werden zusammen an die Fachleute weitergereicht oder an HR-Recruiter mit Entscheidungsgewalt, die rein aufgrund von Eckdaten festlegen ob ein Bewerber weiterkommt oder nicht. Niemand weiß etwas über das Auftreten des Bewerbers, die Kompetenz oder das argumentative Geschick. Sehr unpersönlich, Bewerber sind Massenware.