Drei Runden: 1. HR; 2. Fachbereich; 3. Fachbereich
In allen Runden war immer nur ein/e Repräsentant/in anwesend. Die ersten beiden Runden empfand ich als sehr wertschätzend und positiv; die letzte Runde empfand ich als weniger wertschätzend und provokativ. Ich wurde gefragt, wieso ich nicht bei der UB anfangen möchte, bei der ich zuletzt angestellt war und ob ich dort kein Angebot bekam. Ich schilderte dass ich dort ein Angebot bekam und meinen ehrlichen Wunsch, dass ich glaube fachlich einen besseren Fit bei Deloitte haben zu können, da mein Bereich etwas spezifischer ist und die Chance auf Projekte in diesem Bereich gesetzt zu werden nicht so hoch. Ich wurde mehrmals unterbrochen mit „das beantwortet nicht meine Frage“ und hatte das Gefühl, man möchte meine persönliche Präferenz für diese persönliche Frage zu meiner Entscheidung nicht akzeptieren bzw. In Frage stellen. Das Gleiche auch mit Fragen zu meinen skills bspw Python. Hier wurde ich mehrmals kritisch gefragt, ob mir programmieren wirklich Spaß mache/ gemacht hat, als könne man nicht glauben, dass eine Frau in 2025 eine Affinität hierfür mitbringt. Gleiches Muster: hatte leider das Gefühl dass Antworten, gerade zu persönlichen Präferenzen, Einstellungen mehrmals provokant hinterfragt wurden oder ich oftmals auch bei fachlichen Fragen und zu meiner bisherigen Erfahrung unterbrochen wurde. Ich hatte so das Gefühl, oft auch nicht die Chance bekommen zu haben auf den Punkt zu kommen, bevor man versucht hat die nächste Frage „abzuhaken“ fürs Protokoll. Die dritte Runde empfand ich leider als sehr unwertschätzend, entgegen der ersten beiden, die hingegen einen Dialog auf Augenhöhe ermöglichten. Bei der letzten hatte ich eher das Gefühl, mein gegenüber ist von Bias eingenommen und hatte schon zu Beginn eine kritische Einstellung. An sich finde ich Kritik gut bzw. Wenn man Dinge hinterfragt und ich als Kandidatin auch gechallenged werde. Die Art und Weise war allerdings sehr unangenehm und hatte ein leichtes Gefühl es spielten auch Bias (provokante Fragen ob ich an IT/ Porgrammieren denn wirklich Gefallen finde, obwohl das einen großen Teil meiner Erfahrung und akademischen Bildung bildet) mit. Ich wurde hier auch nichts fachliches abgefragt, aufgrund dessen man mein Interesse oder Eignung für den Bereich hätte eventuell In Frage stellen können, lediglich wie ich persönlich dazu stehe. Nach dem Gespräch wurde mir gesagt, ich könne ggf. nochmal in eine vierte Runde eingeladen werden und dass sich HR dann spätestens nach 7 Tagen mit dem weiteren Verlauf melden würde, es wurde jedoch auch bereits transparent gesagt, dass er mich als nicht geeignet sieht. Von HR kam tatsächlich keine Rückmeldung, erst auf wiederholte Nachfrage meinerseits per E-Mail (1. Anfrage wurde ignoriert, 2. Anfrage mit Verweis auf erste dann schriftlich beantwortet) kam eine teils standardisierte Absage von HR, mit Option dass ich gerne noch Feedback Anfragen kann.
Die ersten beiden Runden hatten mir ein echt tolles Gefühl gegeben, weil sie wertschätzend verliefen und einen interessanten Mix aus typischen HR Fragen, spontaner Switch auf Englisch, Case Frage für fachliche Lösungsskizze, fachliche KnowHow Fragen beinhalteten sowie einen menschlichen Austausch. Sehr schade daher, wie die dritte Runde verlief, ungeachtet der Absage. Ich würde es schätzen wenn vor allem in so fortgeschrittenen Runden, zumindest zwei Personen für mehr Objektivität im Gespräch anwesend sind, sei es von HR oder präferiert auch Fachbereich, so kenne ich es auch von anderen Gesprächen aus der Branche, wo ich durchweg positive Erfahrungen gemacht habe ungeachtet dessen ob es zu-/ oder absagen gab. Ich bin der Meinung dass jedes Verfahren und Gespräch die Chance für einen Mehrwert hat, solange es wertschätzend ist, bzw. der Prozess an sich transparent, auf Augenhöhe, und respektvoll für beide Seiten abläuft.